Die Gropiusstadt wird weitergebaut

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Sechs Spaten stießen Ende September in den aufgelockerten Boden an der Fritz-Erler-Allee / Ecke Agnes-Straub-Weg in der südlichen Gropiusstadt. Neben Stadtentwicklungssenator Michael Müller, Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, dem Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing und dem degewo-Vorstand, war auch Architekt Christoph Mäckler aus Frankfurt am Main angereist. Der Spatenstich gab den Startschuss für die ersten 57 von insgesamt 250 neuen Wohnungen, die degewo im Quartier plant.

Die von Architekt Walter Gropius geplante und nach ihm benannte Großsiedlung wird, erstmals seit 40 Jahren, weitergebaut. Bereits vor drei Jahren haben wir ein aufwendiges städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Prozesses setzen wir mit dem Neubau jetzt in die Tat um, damit auch in der Gropiusstadt neuer, bezahlbarer Wohnraum entsteht. Wir investieren rund neun Millionen Euro in das Bauvorhaben, das 2016 bezugsfertig sein soll.

Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, sagte beim Spatenstich: „Einen Neubau in eine bestehende Großsiedlung zu integrieren, ist eine besondere Herausforderung. degewo hat mit dem vier- bis sechsgeschossigen Wohnhaus, das entstehen wird, einen sehr behutsamen Weg gefunden, die Gropiusstadt weiter zu entwickeln und den für Berlin dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen.“

An der Fritz-Erler-Allee / Ecke Agnes-Straub-Weg entstehen vor allem kleinere Wohnungen. 41 der insgesamt 57 Wohnungen sind 1, 1,5 oder 2 Zimmer groß. Die durchschnittliche Miete liegt bei 9,50 Euro pro m² netto kalt. Die günstigsten Wohnungen sind für 7,50 Euro pro m² zu haben. Am oberen Ende werden es 11 Euro sein. Im Obergeschoss des Eckhauses sind drei Wohngemeinschaften geplant. Diese sind barrierefrei und rollstuhlgerecht geplant und für Reha-Patienten nach einem Schlaganfall vorgesehen.

Der Neubau hat eine Vorgeschichte: Im Jahr 2011 sind drei namhafte Architekturbüros von degewo beauftragt worden, das Potenzial des Quartiers für möglichen Neubau zu prüfen und einen Masterplan zu entwickeln. Ein derartig aufwändiges Verfahren hatte es seit vielen Jahren in Berlin nicht mehr gegeben. Das so genannte Obergutachtergremium wählte die Entwürfe von Christoph Mäckler Architekten, die in Berlin unter anderem das Zoofenster gebaut haben, aus. Mit diesem Bauvorhaben wird der erste Baustein der Masterplanung realisiert.

Bereits im kommenden Jahr wollen wir einen zweiten Neubau in der Gropiusstadt beginnen. Am Zwickauer Damm, auf dem Gelände einer ehemaligen Einkaufspassage, wird dann ein neues Wohn- und Gewerbegebäude entstehen. Hier sind neben Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf auch etwa 35 Neubauwohnungen geplant. Doch Neubau ist nicht alles, was wir in der Gropiusstadt tun. Im März 2010 haben wir damit begonnen unseren gesamten Bestand im Neuköllner Süden energetisch zu modernisieren. Bis heute haben wir bereits ein Drittel, das sind mehr als 1.300 Wohnungen, fertig saniert. Bis zum Jahr 2020 werden wir den überwiegenden Teil unserer Bestände hier saniert haben. Neubau und Modernisierung – mit beiden Aktivitäten machen wir die Gropiusstadt noch attraktiver.