Alle Artikel aus der Kategorie "blog"

 

Die Hausmeister des Jahres 2014

Sie sind da, wenn die Mieter sie brauchen, schauen immer, ob alles funktioniert und wenn es doch mal Probleme gibt, krempeln sie oft genug einfach selbst die Ärmel hoch. Die rund 200 Hausmeister, die degewo beschäftigt, sind, „das Gesicht von degewo und darum unsere wichtigsten Männer und Frauen“, sagt Vorstandsmitglied Frank Bielka. 

Auf dem degewo-Mieterfest sind die „Hausmeister des Jahres 2014“ ausgezeichnet worden und erhielten viel Beifall auf der großen Bühne von den etwa 18.000 Gästen. Da die Teilnahmebefragung mit den Einladungen zum Mieterfest versandt wurde, hatten 3.500 Mieterinnen und Mieter in diesem Jahr ihre Stimme abgegeben. So viele Einsendungen gab es noch nie. Die diesjährigen Sieger heißen: Donald Baranowski (Kundenzentrum Köpenick), Burkhard Bonitz (KuZ Nord), Jürgen Müller (KuZ Süd), Sven Wienicke (KuZ City) und Jana Wildemann (KuZ Marzahn). 

Der Leiter des degewo-Qualitätsmanagements Hausdienstleistungen, Denny Bäsler, freut sich für die fünf Gewinner und sagt: „Ich finde es gut, dass es diesen Wettbewerb überhaupt gibt. Ich hoffe, dass er dazu beiträgt, den leider hierzulande oft nur geringen Stellenwert von Hausdienstleistungen zu steigern.“ 

Stellvertretend für alle ausgezeichneten Hausmeister, erklärte Sven Wienicke, der circa 600 Wohnungseinheiten in Lankwitz betreut: „Die Auszeichnung hat mich sehr gefreut und ist eine positive Rückmeldung der Mieter für das, was ich täglich mit viel Freude tue. Einen Job, der sich ständig weiterentwickelt. Seit einigen Wochen nutzen wir nun auch iPads. Gerade bei Schadensfällen ist das sehr praktisch, weil das Bild, das ich schieße, sofort weitergeleitet wird.“

Mehr lesen
 

"Gropiusstadt bewegt sich!"

Am ersten Septemberwochenende möchte ich Sie herzlich  in die Gropiusstadt einladen. Denn dann ist im südlichen Neukölln richtig was los. „Gropiusstadt bewegt sich“, heißt ein Themenwochenende, das es in sich hat. Angefangen vom Familienkonzert des Konzerthause über ein großes Mitmach- und Bewegungsfest, einen Lauf rund um die Gropius-Passagen – am 5. bis 7. September ist für jeden etwas dabei.

Ein Netzwerk aus maßgeblichen Gropiusstädter Wohnungsunternehmen, Einrichtungen, dem Quartiersmanagement, dem Bildungsverbund, Bezirksamt sowie den Gropius Passagen hat sich zusammengetan und das bunte Programm zusammengestellt. 

Los geht’s am Freitag, den 5.9. um 17.00 Uhr mit einem Familienkonzert. Musiker des Konzerthausorchesters am Gendarmenmarkt, Streicher und Holzbläser, stellen ihre Instrumente vor und präsentieren klassische Musik mal ganz anders. Das Familienkonzert findet in der Aula der Liebig-Schule statt. Karten gibt es ab 5,- Euro im Sekretariat der Schule. Familienkarten, für bis zu fünf Personen kosten 7,- Euro. Das Konzert ist Teil des degewo-Projekts „Konzerthaus meets Gropiusstadt“, an dem seit 2010 mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben.

Am Sonnabend, den 6. September stehen Mitmachen und Ausprobieren bei vielen Bewegungs- und Spielangeboten im Mittelpunkt. Stadtspaziergängen zum Thema Barrierearmut wird es geben. Sportvereine präsentieren sich und überall kann man hautnah dabei sein. Die Eröffnung nimmt der stellvertretende Neuköllner Bezirksbürgermeister, Falko Liecke auf dem Lipschitzplatz vor. An gleicher Stelle geben wir anschließend den Startschuss für das Projekt „ALBA macht Schule in der Gropiusstadt“. In der Walt-Disney-Grundschule des Campus` Efeuweg, der Janusz-Korczak-Schule sowie der Schule am Regenweiher steht im neuen Schuljahr Basketball auf dem Stundenplan. Zertifizierte Trainern des Basketball-Bundesligisten ALBA BERLIN wollen die jüngsten Schüler mit viel Spaß an Bewegung und Sport heranführen und ihre Begeisterung wecken. Henning Harnisch, Vizepräsident Jugend von Basketball-Bundesligist ALBA Berlin und – in Vertretung von Baugenossenschaft Ideal und gropiuswohnen – Frank Bielka, degewo-Vorstandsmitglied, werden das Projekt vorstellen. Durch den Tag führt ZDF-Morgenmagazin Moderator Mitri Sirin. Alle Infos finden Sie unter: http://www.gropiusstadt-bewegt-sich.berlin/.

Das Themenwochenende schließt am Sonntag mit der Premiere des Gropius-Laufes. Auf einem Kurs rund um die Gropius-Passagen werden in zwei Läufen über fünf und zehn Kilometer die Sieger ermittelt. Zusätzlich gibt es einen Kinder-Familienlauf. Anmeldungen sind noch bis kurz dem Start vor Ort möglich, oder vorab unter: www.gropius-lauf.de. Anschließend sind alle zu einem Fest an den Gropius Passagen eingeladen, bei dem auch der Starlight-Express aus dem gleichnamigen Musical Halt macht.

Das abwechslungsreiche Programm von „Gropiusstadt bewegt sich“ soll ein Impuls für die Entwicklung der Gropiusstadt sein und die Identifikation mit dem Stadtteil stärken. Ich würde mich freuen, Sie am ersten September-Wochenende in der Gropiusstadt zu treffen.

Mehr lesen
 

Stadtplanung 3.0: Die kollektive Fantasie nutzen

Bürgerschaftliche Urbanität

 

Die Probleme, die Herausforderungen und die Möglichkeiten, vor denen die Stadt des 21. Jahrhunderts steht, lassen sich unter zehn Oberbegriffen zusammenfassen. Jedes Thema beeinflusst, wie wir leben, welche Form menschliche Siedlungen annehmen und wie wir wohnen. Gemeinsam bilden sie, was ich Civic Urbanity nenne. Diese "bürgerschaftliche Urbanität" versucht, das explosive Gemisch zentrifugal und zentripetal wirkender Kräfte im Zaum halten, die immer stärker in den Städten zu beobachten sind. Ganz besonders gilt das für größere Städte wie Berlin mit starker Anziehungskraft.

 

Die Geschichte von Urbanität und Weltgewandtheit ist eine stolze Geschichte. Hier kommen wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und kulturelle Faktoren zusammen. Doch für das 21. Jahrhundert müssen die besten Aspekte überdacht und neu belebt werden. Urbanität hat eine europäische Tradition und ihr Schwerpunkt liegt genauso auf dem "Recht an der Stadt" wie auf der "Verantwortung für die Stadt". Nach heutiger Lesart entstand Urbanität zuerst in den Stadtstaaten Italiens, und zwar vor allem während der Renaissance. Damals stand sie sinnbildlich für den Trend hin zu einer Leistungsgesellschaft und für die Befreiung des Einzelnen vom Joch des Feudalismus. "Stadtluft macht frei" bringt diese Vorstellung auf den Punkt. Im Laufe der Zeit verkam die Idee der Urbanität jedoch und endete mit dem "Flaneur"einem Menschen, der das Stadtleben an sich vorüberziehen lässt, sich aber für die Bedürfnisse des Kollektivs nicht interessiert.

 

Zehn miteinander verknüpfte Konzepte können beeinflussen, wie wir Urbanität neu interpretieren – ganzheitliches Denken, Planen und Handeln; Gemeinschaftsräume; Umweltbewusstsein; gesunde Stadtplanung; Cultural Literacy (kulturelles Bildungswissen); Inklusivität; Generationengerechtigkeit; der ästhetische Imperativ; kreative Stadtplanung und eine lebhafte Demokratie. Gemeinsam bilden sie die Grundlagen für die modernen Vorstellungen zu bürgerschaftlicher Urbanität. Wünsche und Interessen des Einzelnen sollen in Einklang stehen mit einem Gemeinschaftsbewusstsein, bei dem es stärker um "uns" und "unsere gemeinsame Welt/Stadt" geht als um Entscheidungen, die nur "mich" und eigennützigere Bedürfnisse betreffen.

 

Diese Themen sollten bei der Stadtplanung Vorrang haben, erweisen sich aber häufig als Schauplatz erbitterter Streitigkeiten. Immer wieder gibt es Meinungsverschiedenheiten und Debatten, da sich ältere, festgefahrene Ansichten und Vorgehensweisen hartnäckig halten.

 

Zehn Themen

 

Beginnen muss es mit integriertem, weitsichtigem Denken. Nur so können wir Verbindungen und gegenseitige Abhängigkeiten erkennen, nur so können wir die tiefergehende Dynamik der Städte begreifen und erfassen, wie unser Potenzial bestmöglich zu nutzen ist. Das erfordert ein Umdenken und lässt sich nicht einfach verordnen. Doch den Entscheidern wird immer stärker bewusst, dass Silodenken und eine strenge Abteilungsbildung nicht zu den benötigten komplexen Lösungen führt.

 

Als nächstes gibt es Bedarf für eine aktivere Öffentlichkeit und für Gemeinschaftsräume. Dieser Ansatz steht im Widerspruch zur zunehmenden Egozentrik der öffentlichen Kultur, wirbt er doch für Orte und Räume, von Parkanlagen hin zu kostenlosen, nicht kommerziell orientierten, öffentlichen Büchereien. Mit diesem Ansatz lässt sich auch nachträglich noch das Miteinander und die Solidarität verbessern. So steigen unsere Bindungsfähigkeit und der Aufbau von Sozialkapital.

 

Nachhaltigkeit ist in jeder Stadt das Schlagwort schlechthin. Und jede Vision spricht davon, die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Von oben betrachtet gibt es in den Städten der Welt viele gute Initiativen. Aber nur wenige Städte treffen die schwierigen Planungsentscheidungen, die nötig sind, um die wirtschaftliche Dynamik, die räumliche Aufteilung und die physikalischen Formen zu neutralisieren, die verhindern, dass Städte nachhaltig werden. Berlin und Deutschland insgesamt haben dagegen ein Umweltbewusstsein entwickelt. Das hat zur Folge, dass beim Bau von Häusern und Bauaktivitäten im Allgemeinen das Cradle-to-Cradle-Konzept und neue intelligente Technologie zum Einsatz kommen werden. Das wiederum wird die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben, da es den Trend hin zu einer sauberen, schlanken und grünen industriellen Revolution beschleunigt. Natürlich wird sich auch das Verhalten verändern, und ein Diskurs, der Rücksicht auf die Umwelt in einen Zustand des Wünschens einbindet, kann motivierend wirken und zum Handeln aufrufen.

 

Ungesunde Stadtplanung ist uns vertraut. Landnutzungsrechte werden streng nach Funktionen getrennt vergeben. Mischnutzung, bei der sich Leben, Arbeiten, Einkaufen und Unterhaltung vermischen, verschwindet. Werden Großprojekte in einem Rutsch realisiert, bleiben Feinkörnigkeit, Vielfalt und Abwechslung oftmals auf der Strecke. Hinzu kommen der Glaube an die "Economies of Scale" ("Nur was groß ist, kann auch effizient sein") und natürlich das unvermeidliche Auto, wegen dem wir häufig planen, als sei das Auto König und der Mensch nur Störfaktor. Dieser Planungsansatz wird sich dramatisch verändern, Mischnutzung wird ein starkes Comeback feiern, wenn es wieder ganz normal ist, an ein und demselben Ort zu leben, zu arbeiten und zu spielen. Nahtlose Konnektivität wird von ebenso zentraler Bedeutung sein wie zu Fuß erschließbare Städte, in denen man Zeit und Raum hat, die Stadt emotional zu erfahren. Gesund zu sein, bedeutet nämlich auch, die Sinne zu befriedigen.

 

Städte wie Berlin sind Schmelztiegel, und diese Vielfalt wird noch zunehmen. Vielfalt nutzt langfristig dem wirtschaftlichen Wachstum, aber es wird auch weiterhin zu Belastungen führen, Unterschiede auszugleichen. Mit Cultural Literacy, Verständnis für den Anderen, können wir mit Unterschieden besser umgehen und besser begreifen, warum wir einer Meinung sind oder eben nicht. Sehen wir durch die Augen der Anderen, können wir uns kompetenter in der modernen urbanen Welt bewegen. Um Ghettoviertel und Gated Communities zu vermeiden, müssen wir interkulturell sein und uns auf Gemeinsamkeiten konzentrieren anstatt auf Unterschiede. Allerdings werden Marktzwänge auch künftig versuchen, die Städte in die falsche Richtung zu drücken.

 

Bei Städten mit magnetischer Anziehungskraft sind immer stärker Ungleichheiten zu spüren, die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt ständig zu. Das führt zu Spannungen, Neid, unerfülltem Potenzial und sogar zu Unruhen. Orte mit Menschen, die alles haben, und solchen, die nichts haben, nutzen die kollektive Fantasie und Intelligenz ihrer Bürger nicht aus und schlagen kein Kapital aus der Energie und den Wünschen ihrer Bürger. Um die negativen Folgen zu vermeiden, werden kluge Städte mehr Gleichheit und Inklusivität einfordern. Das ist gesellschaftlich und wirtschaftlich gleichermaßen sinnvoll.

 

Bei allem, was die Städte tun, tickt die demographische Zeitbombe. Es wird Druck geben, die alternde Bevölkerung in Bereiche abzudrängen, wo die Wohnungen an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Innovativere Orte werden den Stadtbau von einer generationenübergreifenden Warte aus betrachten und den Wohnungsbau so flexibel gestalten, dass er sich dem Lebenszyklus anpasst.

 

Der ästhetische Imperativ erinnert uns daran, dass man 360 Grad in die Stadt eintaucht und dass eine Stadt mit jeder Faser ihres Wesens kommuniziert, durch ihre Gebäude, ihre natürlichen Formen, ihre Aktivitäten und ihre Gesamtatmosphäre. Ihre Ästhetik löst emotionale Reaktionen mit psychologischen Folgen aus. Deshalb werden altmodische Begrifflichkeiten wie "Schönheit" und "Hässlichkeit" wieder Einzug halten in die Planungsdebatten.

 

Städte stehen vor immer komplexer werdenden Themen. Mit herkömmlichen Methoden wird man die auftauchenden Probleme nicht lösen. Fantasie und Kreativität sind Grundvoraussetzung, um die vertrackten städtischen Probleme der Zukunft zu lösen und interessante Möglichkeiten zu erschaffen. Die Kreativität der Bewohner, der Firmen und Institutionen und der Stadt selbst freizusetzen, kann viel in Bewegung bringen. Das Potenzial wird genutzt, es entsteht eine neue Form von Kapital und Währung.

 

Die meisten Dinge wurden nach ihrer Erfindung noch einmal neu erfunden – sei es die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen oder wie wir uns vergnügen. Technologie hat enorme Fortschritte erzielt, doch unsere Formen der repräsentativen Demokratie, unsere Organisationen und unsere Verwaltung sind seit Jahrhunderten kaum verändert. Deshalb ist das bürgerschaftliche Engagement verkümmert. Die Städte der Zukunft werden auf neuen Wegen mit den Bewohnern kommunizieren müssen, um den Bürgergeist neu anzufachen.

 

Charles Landry hat viele Bücher über Städte geschrieben, darunter "The Creative City: A toolkit for urban innovators and The Art of City Making" (Routledge, 2008). Mehr unter www.charleslandry.com

Mehr lesen
 

Ein Zukunftshaus für Berlin

Die Adresse: Havensteinstraße 20/ 22 sollten Sie sich merken. Denn hier, im Stadtteil Lankwitz, wollen wir damit beginnen, ein Wohngebäude mit acht Stockwerken und 64 Wohnungen für die Zukunft fit zu machen. degewo wird hier etwas ganz Neues, etwas ganz Besonderes unternehmen. Wir werden ein bestehendes Mietwohnhaus so umbauen, dass es sich nahezu alleine mit Energie versorgt: Wärme-Energie zu 100 Prozent, beim Strom müssen wir uns etwas zuliefern lassen. Das Projekt degewo Zukunftshaus ist einmalig in Deutschland. Rund 4,8 Millionen Euro werden wir dafür investieren. Baubeginn ist 2016.

Wir stehen in Berlin und auch in Deutschland vor der gewaltigen Herausforderung, die Energiewende im Bereich des Gebäudebestandes einzuleiten. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 einen energieneutralen Gebäudebestand zu erreichen sowie die Energieerzeugung zu 100 Prozent regenerativ zu gestalten.

Während es im Neubau kein großes Problem ist, die heute vorhandene Technik einzubauen, gibt es in Bestandsbauten kaum Erfahrungen, höchstens Einzelmaßnahmen. Wir haben jetzt in zweijähriger Vorbereitung ein Konzept erarbeitet, das innerhalb der technischen und wirtschaftlichen Grenzen das energetisch beste Ergebnis erzielt. Wir setzen dafür Techniken ein, die in vier bis fünf Jahren Standard im Bau sein könnten. Neu und damit innovativ ist die Kombination der einzelnen Technologien innerhalb eines bestehenden Wohngebäudes. Zum Einsatz kommen: Photovoltaik, Solarthermie, Strom- und Wärmespeicherung, Wärmepumpen und hocheffizienter Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Außerdem wird die Gebäudehülle auf Passivhaus-Standard gedämmt. Wir lassen uns dabei von Experten beraten und unterstützen – von Prof. Dr.-Ing. Friedrich Sick von der HTW Berlin und von der Projektmanagementgesellschaft Drees & Sommer.

Liegen die Nebenkosten im Haus Havensteinstraße heute bei durchschnittlich 1,05 Euro pro qm, werden sie im degewo Zukunftshaus nur noch 0,29 Euro pro qm betragen. Das Projekt ist damit auch ein Beitrag für stabile Mieten.

Die Mieter sind von uns selbstverständlich bereits informiert worden, denn für Sie ist das ein einschneidender Moment. Während der 15-monatigen Bauzeit sind die Wohnungen des Hauses nicht bewohnbar. Wir haben den Mietern versprochen, dass wir uns gemeinsam mit ihnen um eine neue Wohnung kümmern. Wir übernehmen den Umzug, schauen nicht auf Kündigungsfristen und werden mit allen ein ausführliches persönliches Gespräch führen. Alle heutigen Mieter können, wenn sie wollen, nach Fertigstellung des Zukunftshauses auch zurückziehen.

Der Aufwand, den wir im Quartier Lankwitz betreiben, ist hoch. Doch wir können die Energiewende nur schaffen, wenn wir den vorhandenen Wohnungsbestand ertüchtigen und umrüsten. Berlin hat zwei Millionen Wohnungen in bestehenden Wohngebäuden. Mit dem Projekt Zukunftshaus übernimmt degewo Verantwortung und leistet einen wertvollen Beitrag, um die Visionen von Land und Bund Wirklichkeit werden zu lassen, selbst wenn hierdurch ein Mehraufwand gegenüber den Standards notwendig ist. Die Energiewende beginnt jetzt – wir packen sie an.

Mehr lesen
 

Wie lebt es sich in 36 Jahren in Berlin?

Ein warmer Morgen in 36 Jahren. Sie öffnen zum Lüften das Fenster und schauen hinaus. Was sehen Sie? Was für eine Straße, was für Nachbarn? Kurz gesagt: Was für ein Ort wird Berlin im Jahr 2050 sein? Wer werden die Berliner sein und wo werden sie alle leben?

Die Frage mag töricht erscheinen, schließlich hat sich keine Großstadt in Europa – oder vielleicht sogar in der ganzen Welt – so sehr und so dramatisch verändert wie Berlin. Dennoch erleben wir jetzt einen faszinierenden Augenblick in Berlins Wachstum. Wie nie zuvor lässt sich das künftige Aussehen der Stadt erahnen.

Berlin hat große Pluspunkte, die der Stadt bei ihrem Wachstum von Nutzen sein werden. Verglichen mit anderen Hauptstädten ist Berlin eine kompakte Stadt mit verdichteten Stadtteilen, und nicht alle Grünräume sind unkontrollierten Bauaktivitäten zum Opfer gefallen. Berlin hat ein erfolgreiches Nahverkehrsnetz. Die Wohnkosten steigen zwar rasch, sind aber noch immer deutlich niedriger als in anderen Großstädten. Es gibt immer noch viele leere, unentwickelte Bereiche. Anders gesagt: Berlin hat alles, was nötig ist, um bis zur Mitte des Jahrhunderts eine größere, engermaschige Stadt zu werden.

DIE NEUEN EINWOHNER

Wer werden diese Berliner von 2050 sein? Einer davon können natürlich Sie sein, 36 Jahre älter halt. Vielleicht macht Sie das 2050 zu einem sehr alten Bewohner Berlins, aber gewiss nicht zum Einzelfall: Die Stadt Berlin ist zwar für ihre Jugendlichkeit berühmt, aber Mitte des Jahrhunderts wird die Bevölkerung als Folge der steigenden Lebenserwartung deutlich älter sein. Berlins Senator für Stadtentwicklung Michael Müller schätzt, dass die Zahl der Einwohner im Alter von 65 oder älter schon bis 2030 um 200.000 gestiegen sein wird. Der Anteil der Berliner, die älter als 80 Jahre sind, wird um über 80 Prozent zulegen.

Die Konsequenz: Berlins Wohnungsbau muss sich ändern. Mehr als 100.000 Häuser müssen so umgebaut werden, dass sie rollstuhlgeeignet sind. Und viele Stadtteile werden noch kompakter, baulich verdichteter und stärker an den Bedürfnissen einer durchschnittlich älteren Bevölkerung orientiert sein müssen. Diese Bürger sind weniger mobil, benötigen mehr Hilfe und Unterstützung, sodass Menschen in der Nähe leben sollten, die diese Hilfe bieten können.

Das bringt uns zu einer zweiten Gruppe, die im Berlin von 2050 deutlich stärker vertreten sein wird: Neuankömmlinge, sowohl aus Deutschland wie auch aus dem Ausland. Altenpflege zählt zu den Hunderten Bereichen, bei denen klar ist, dass der Bedarf an Fachkräften und Ungelernten aus der jetzigen Bevölkerung heraus nicht gedeckt werden kann. Einwanderer werden auch weiterhin einen größeren Anteil der Bevölkerung Berlins ausmachen.

Aktuell leben in Berlin rund 470.000 nicht in Deutschland geborene Menschen aus 190 Ländern, hat Berlins Beauftragte für Integration und Migration errechnet. Die Tendenz ist steigend. Zwischen 2006 und 2011 zogen rund 65.000 Einwanderer nach Berlin und wir können davon ausgehen, dass in den nächsten Jahrzehnten ähnliche Fünf-Jahres-Zahlen erreicht werden.

Der Zuzug wird dabei nicht so schwierig oder umstritten verlaufen, wie es in den vergangenen fünf Jahrzehnten oftmals der Fall war. Die nächsten Wellen werden nicht aus Menschen bestehen, denen Berlin unbekannt ist und die sich abmühen müssen, irgendwie einen Anfang zu finden. Stattdessen werden die meisten aus denselben Regionen stammen und denselben Hintergrund haben wie die bestehenden Zuwanderergemeinden. Es werden Menschen aus Ost- und Südeuropa sein und aus der Türkei. Ihre Ankunft wird eingebunden sein in die Netze gegenseitiger Hilfe, die man in den althergebrachten Einwanderervierteln findet. Ich nenne das „Arrival Cities”, Orte der Ankunft.

Die jüngsten Zuwanderungswellen prallen im heutigen Berlin jedoch auf ein Paradoxon: Die alten Bezirke in der Innenstadt werden zu teuer für die neu Zuziehenden, aber viele der Plattenbaubezirke sind in ihrer jetzigen Form nicht optimal für die Bedürfnisse der Neuankömmlinge. Was fehlt, sind die kommerziellen Flächen oder die mit Kunden übersäten Straßen, auf denen Einwanderer spontan Geschäfte eröffnen können.

Doch ein glücklicher Zufall spielt Berlin in die Karten: Die Wohnanforderungen der zwei boomenden Gruppen – Ältere und Einwanderer – sind sich nämlich deutlich ähnlicher, als man meinen könnte, und die Lösungswege überschneiden sich.

In den 1990er- und den 2000er-Jahren war das Wachstum in Berlin ein Beleg für die Synergie zwischen Zugezogenen und Jungen: Etablierte „Arrival Cities” wie Neukölln und Wedding lockten auch junge Kreative an. In den kommenden Jahrzehnten wird Berlin eine ähnliche Synergie zwischen den neu Zugezogenen und den älteren Mitbürgern entdecken. Beide Bevölkerungsgruppen profitieren von stärker verdichteten Bezirken mit kurzen Wegen zwischen Wohnung, Einkaufsmöglichkeit und öffentlichem Nahverkehr, leichtem Zugang zur Straße und mehr Möglichkeiten für die spontane Bildung von kleinen Geschäften und Gemeinschaftsaktivitäten.

Beide Gruppen benötigen einen neuen Wohnbauansatz, dessen Grundlage ein besseres Verständnis der jeweiligen Bedürfnisse ist. Auf der einen Seite steht der „graue Boom” (die Bevölkerung wird immer älter), auf der anderen Seite der „Vielfarbenboom” der Zuwanderung. Die Folge: Berlins Bevölkerung wächst. Prognosen zufolge wird Berlins Bevölkerung 2030 um 254.000 Personen auf 3,75 Millionen gestiegen sein. 2050 werden es deutlich mehr als 4 Millionen sein. Schätzungsweise 10.000 bis 12.000 neue Wohnungen pro Jahr werden benötigt, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

DIE NEUEN ORTE

Berlin hat Glück. Besser als andere große Hauptstädte sind dort die Voraussetzungen dafür gegeben, die neue Bevölkerung der kommenden vier Jahrzehnte unterzubringen und gleichzeitig das Gefühl von Intimität, Gemeinschaft und Spontaneität sowie die Grünräume zu bewahren, die Berlin lebenswert machen.

Von zentraler Bedeutung ist Berlins Reichtum an Freiflächen innerhalb des Stadtkerns: Die ehemaligen Industrieflächen entlang der Spree, Tempelhof und Dutzende anderer Flächen. Hier könnten intime Viertel mit verdichteter Wohnbebauung und Mischnutzung entstehen. Das heißt nicht, dass dort Wohnsilos gebaut werden müssen. Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt findet sich Berlins höchste Bevölkerungsdichte in Bereichen mit fünf- bis sechsstöckigen Häusern – also die klassischen Berliner Wohnhäuser mit Innenhof. Hier wohnen immer noch mehr Menschen als in Wohntürmen, noch dazu bequemer.

Die andere Stärke Berlins besteht darin, ältere, weniger ideale Projekte in neuere, stärker konzentriere Bezirke mit höherer Wohndichte zu verwandeln, ohne dass es dabei zu allzu großen Störungen kommt. Ein großer Anteil des Wohnbaus entfällt auf städtische Immobiliengesellschaften wie Degewo, die Zugang zu Finanzmitteln und langfristigen Planungsvisionen haben. Das macht den Umbau von Wohnvierteln vergleichsweise einfach.

Wichtige Erkenntnisse lassen sich aus den Erfahrungen gewinnen, die Städte wie Amsterdam gemacht haben. Dort haben Wohnungsbaugesellschaften weniger dicht besiedelte „Stadt-im-Grünen“-Projekte durch stärker gemeinschaftsfördernde mittelhohe Wohngebäude entlang gerader Straßen abgelöst. So wurden die Stimmung, Intensität und Nähe etablierter Stadtbezirke nachgebildet.

Wenn Berlin von den besten Vorbildern aus ganz Europa lernt und seine eigenen geographischen, gemeinschaftlichen und organisatorischen Stärken nutzt, kann das Berlin des Jahres 2050 ein Ort sein, der dem heutigen Berlin ähnelt – mit noch mehr Einwohnern, erschwinglicherem Wohnraum, mehr Dichte und mehr Komfort. Der spannendste Abschnitt im Wachstum Berlins steht erst bevor.

Mehr lesen
 

Städte werden immer wichtiger

Wie leben wir in 36 Jahren? Wie werden sich die Städte, wie wird sich Berlin verändern? Mit diesen Fragenstellungen hat degewo zu einer Fachkonferenz in das Berliner Café Moskau eingeladen. Rund 300 Gäste und Referenten aus dem In- und Ausland waren gekommen, haben sich ausgetauscht und diskutiert zum Thema: „Stadt 2050. Ein Blick in die Zukunft“. Unser Ziel war es, Trends und Entwicklungen aufzuspüren, die unser Handeln in den kommenden Jahren möglicherweise beeinflussen.

Die Referenten, Gäste und Besucher waren sich einig, dass die Rolle der Städte in Zukunft wichtiger wird. Denn in den Städten konzentrieren sich die gesellschaftlichen Probleme, aber auch die Lösungen. Immer mehr Städte stehen, wie Berlin, vor großen Herausforderungen, was z. B. die Fragen bezahlbaren Wohnraums, die Entwicklung der Quartiere, der Infrastruktur und des öffentlichen Raums angeht.

Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Gunther Adler blickte in seinem Statement in die Zukunft: „Städte werden im Jahr 2050 internationaler sein, grüner, sauberer, vernetzter und sozial gerechter. Der Zuzug wird anhalten. Schon heute wollen immer mehr Menschen in die Städte.“

Sein Berliner Amtskollege, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup, fragte in seinem Grußwort, wie die Städte und Metropolen die kommenden Herausforderungen angehen. Berlin sei dafür bereits gut aufgestellt: „Berlin profitiert ganz besonders vom Trend, das Städte wieder attraktiver werden. Die Hauptstadt muss sich aber weiterentwickeln, auf allen Ebenen. Die soziale Weiterentwicklung ist dabei ein ganz zentraler Punkt.“

Gefreut habe ich mich über die vielen internationalen Redner. Sie haben die Diskussionen besonders bereichert. Der amerikanische Politikwissenschaftler, der auch Berater des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton war, Prof. Dr. Benjamin R. Barber sagte: „Städte übernehmen immer häufiger die Aufgaben des Staates. Sie sind oft direkter und konkreter mit den Problemen konfrontiert.“ Prof. Dr. Barber fordert ein „globales Parlament der Bürgermeister“.

Der britisch-kanadische Journalist und Autor, Doug Saunders meint: „Wenn Berlin von den besten Vorbildern aus Europa lernt und seine Stärken nutzt, kann das Berlin des Jahres 2050 ein Ort sein, der dem heutigen Berlin ähnelt – mit noch mehr Einwohnern, erschwinglicherem Wohnraum, mehr Dichte und mehr Komfort. Der spannendste Abschnitt im Wachstum Berlins steht erst bevor.“

Der Städteforscher Charles Landry, Gründer des Think Tanks Comedia in Großbritannien, wünscht sich mehr bürgerschaftliches Engagement: „Die Städte der Zukunft werden auf neuen Wegen mit den Bewohnern kommunizieren müssen, um den Bürgergeist neu anzufachen. Denn das bürgerschaftliche Engagement ist verkümmert. Die Städte werden, noch mehr als heute, Knotenpunkte sein und damit an Anziehungskraft gewinnen.“ 

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat die Veranstaltung souverän gelenkt. Und so wurde im Café Moskau auf der Bühne sowie in kleinen und großen Gesprächsrunden in den Pausen sehr angeregt diskutiert.

Viele Referenten nahmen auch die aktuelle Diskussion in Berlin, um die Zukunft des Tempelhofer Feldes auf. Tenor: Zur Weiterentwicklung der Metropole sei es von zentraler Bedeutung, den Randbereich des Tempelhofer Feldes bebauen zu können. Der Präsident des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., Axel Gedaschko sagte beispielsweise: „Der Volksentscheid zur Zukunft des Tempelhofer Feldes entscheidet über die weitere Entwicklung Berlins.“ Der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten gab seine persönliche Meinung preis: „Für Menschen, die von außen auf die Stadt blicken, ist es gar nicht begreifbar, dass es sich Berlin leisten will, am Rande des Tempelhofer Feldes nicht zu bauen.“ Er gab zu, dass das Thema innerhalb seines Verbandes kontrovers diskutiert werde.

Die mit nationalen und internationalen Referenten besetzte Konferenz bildete einen zentralen Mosaikstein unseres 90. Geburtstages. Seit 2007 diskutiert degewo zu unterschiedlichen Themen, um Trends und Entwicklung aufzuspüren. Unter dem Titel „Verantwortung für die Stadt“ ist eine Veranstaltungsreihe entstanden, bei der bereits viele namhafte Referenten auf dem Podium standen. Darunter der Zukunftsforscher Horst Opaschowski und der Kult-Autor Wladimir Kaminer.

Mehr lesen
 

Stadt 2050 – ein Blick in die Zukunft

Wie entwickelt und verändert sich der Lebensraum Stadt in den nächsten 35 Jahren? Das werden viele namhafte Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie nationale und internationale Referenten am 13. Mai 2014 auf Einladung von degewo diskutieren. Im Berliner Café Moskau diskutieren unter anderem: Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks (D), der Städteforscher und Gründer des Think Tank Comedia Charles Landry (GB) – der „Spiegel“ nannte ihn "die Ikone unter den Städteforschern", der Journalist und Autor des Buches „Arrival City“ Doug Saunders (CAN) und die Architektursoziologin Prof. Dr. Martina Löw (D) sowie der Politikwissenschaftler und innenpolitische Berater der Clinton-Regierung Prof. Dr. Benjamin R. Barber (USA). Außerdem haben weitere nationale und internationale Experten und Gäste ihr Kommen zugesagt. Durch das Programm führt ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Anmeldungen sind über www.degewo.de möglich. Die Reden unserer internationalen Gäste werden übrigens simultan übersetzt.

Die ganztägige Fachtagung „Stadt 2050 – Ein Blick in die Zukunft“ richtet ihren Fokus auf urbane Trends und zukünftiges Leben und Wohnen in der Stadt. Denn ob technischer Fortschritt oder soziokultureller Wandel, die Grundlagen legt die heutige Generation. „Für uns als Wohnungsunternehmen ist es spannend zu erfahren, welche Entwicklung Experten aus dem In- und Ausland erwarten. So können wir entsprechend frühzeitig Weichen stellen“, sagt degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka. Die Konferenz findet im Rahmen des 90. Unternehmensgeburtstags statt. Seit 2007 lädt degewo auch zur Veranstaltungsreihe „Verantwortung für die Stadt“. Hier diskutieren Fachleute, Experten und Prominente zweimal jährlich über Zukunftsthemen.

Ergebnisse und Fachbeiträge finden Sie im Anschluss an die Fachkonferenz auch hier im degewo-Blog.

Mehr lesen
 
 

Beim Neubau fehlt der große gesellschaftliche Konsens

In einem Interview der Berliner Morgenpost am 17. März, bin ich von Redakteurin Isabell Jürgens gefragt worden, wie wir die Forderung des Senats nach Wohnungsneubau umsetzen. Meine Antwort: „Mit voller Kraft!“ In diesem Kalenderjahr haben wir 630 Wohnungen im Bau, bis 2020 werden es rund 3500 sein. degewo ist das erste landeseigene Wohnungsbauunternehmen, das nach mehr als zehn Jahren im Mai dieses Jahres erstmals wieder Neubauwohnungen fertigstellen wird. 52 Wohnungen haben wir in Mariengrün errichtet und obwohl wir erst vor 14 Tagen mit der Vermietung begonnen haben, sind bereits 40 Prozent der Wohnungen reserviert. Zu bezahlbaren Mieten, die zwischen 7 und 9,50 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen, im Schnitt beträgt die Nettokaltmiete 8,50 Euro.

Der Neubau zieht an, bei uns und bei den anderen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Und trotzdem: Noch ziehen beim Thema Neubau nicht alle in der Stadt an einem Strang. Im Gespräch mit der Morgenpost bin ich dazu gefragt worden und habe geantwortet: „Es geht ja schon mal damit los, wie langsam die Politik in den vergangen zwei Jahren reagiert hat. Das Bauvorhaben Mariengrün hatten wir unabhängig von der Politik schon vor den Wahlen angeschoben, sonst wäre das doch bis heute noch nicht fertig. Bauen braucht einen langen Vorlauf, das sollte jeder wissen. Natürlich ist Stadtentwicklungssenator Michael Müller wirklich sehr aktiv, das will ich ausdrücklich betonen. Aber man darf doch das Thema Neubau nicht bei einem einzigen Senator abladen, sondern der Senat und auch das Abgeordnetenhaus sollten geschlossen dazu stehen.“

Ich kann beispielsweise keine deutlich sichtbare Unterstützung für Neubauvorhaben in der Innenstadt erkennen. Nehmen wir die Randbebauung am Tempelhofer Feld. Senator Müller wirbt bisher als einziger für den Wohnungsbau dort. Die anderen halten sich angesichts des laufenden Volksentscheids raus.

Ich vermisse beim Thema Neubau immer noch den großen gesellschaftlichen Konsens. Die Piraten haben in der Abgeordnetenhausdebatte am 6. März deutlich gemacht, dass Sie das Wohnen außerhalb des S-Bahnringes eigentlich für eine sozial ungerechte Strafe halten. Die Haltung gibt es aber auch bei anderen Parteien. Aber wenn es darum geht, die eigene Wählerschaft in den Szenekiezen vor der Zumutung neuer Nachbarn zu schützen, heißt es plötzlich wieder, baut doch am Stadtrand.

Das ganze Interview können Sie übrigens hier nachlesen:

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article125878469/Degewo-fordert-mehr-neue-Wohnungen-in-der-Innenstadt.html

Mehr lesen
 

Berlin braucht Randbebauung am Tempelhofer Feld

Das Volksbegehren „100% Tempelhofer Feld“ war erfolgreich und hat ausreichend Unterschriften gesammelt. Ich bin ganz ehrlich, ich bedauere das. Denn Berlin braucht dringend bezahlbare Wohnungen in den innerstädtischen Lagen. Gerade an den Rändern des ehemaligen Flughafens wäre eine behutsame Bebauung sinnvoll, ohne die Weite des Feldes zu zerstören. Die Interessengemeinschaft „Quartier Tempelhofer Damm“, in der die Wohnungsbaugesellschaften degewo und  STADT UND LAND sowie die Baugenossenschaft IDEAL gemeinsam agieren, respektiert den demokratischen Entscheidungsfindungsprozess selbstverständlich. Bis nun auch ein möglicher Volksentscheid abgeschlossen ist, werden keine Tatsachen schaffen.

Die Planung aber werden wir weiter vorantreiben, denn der Senat hat uns beauftragt bezahlbaren Wohnraum entlang des Tempelhofer Damms zu schaffen. Würden wir jetzt bis zu einem Volksentscheid die Hände in den Schoss legen, würden wir einen enormen Zeitverlust in Kauf nehmen. Berlin braucht das Angebot an zusätzlichen Wohnungen aber schnell. Wir machen daher weiter wie bisher: Wir planen weiter, bauen aber noch nicht. Das Bebauungsplanverfahren wurde bereits im Oktober 2013 begonnen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dass unsere Pläne im Sinne der Berlinerinnen und Berliner sind, hat uns eine repräsentative Umfrage gezeigt. Wir wollten bereits im Herbst des vergangenen Jahres wissen: Was wünschen sich eigentlich die Berliner am Rande des Tempelhofer Feldes? Das Berliner Meinungsforschungsinstitut INFO GmbH hat in unserem Auftrag 1.000 Berliner sowie 300 Anwohner aus der unmittelbaren Nachbarschaft des ehemaligen Flughafengeländes befragt. Das Ergebnis war eindeutig: 63 Prozent der Hauptstädter begrüßen eine Randbebauung. Selbst in den angrenzenden Bezirken Tempelhof und Kreuzberg lag die Zustimmung nur knapp unter der 50-Prozentmarke. Mehr als jeder dritte Berliner kann sich sogar vorstellen am Rande des ehemaligen Flugfeldes zu wohnen. Sozialer Wohnungsbau (61 Prozent) sowie eine gemischte Bebauung mit Wohn- und Gewerbeflächen (52 Prozent) findet die größte Zustimmung. Reines Gewerbe, Hochhäuser oder Luxuswohnungen werden kaum präferiert. Besonders wichtig ist den Befragten, dass der freie Zugang zum Feld weiterhin möglich ist und die Mitte des Tempelhofer Feldes unbebaut bleibt. Für 96 Prozent der Hauptstädter ist sehr wichtig bzw. eher wichtig das auch Wohnungen zu günstigen Kaltmieten entstehen.

Wir haben die Ergebnisse der Befragung bewusst nicht veröffentlicht, denn wir wollten während des Volksbegehrens keine Stimmung in die eine oder andere Richtung machen. Die Antworten aber waren und sind für uns ermunternd. Denn genau das, was sich die Berliner wünschen, wollen wir bauen. Unser Ziel ist es bezahlbare Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten zu entwickeln. Und genau das, trauen uns erfreulicherweise die Berliner auch zu. Sie sagen: bezahlbare Wohnungen errichten am ehesten Baugenossenschaften (51 Prozent), also die Baugenossenschaft IDEAL sowie die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften (27 Prozent), also degewo und STADT UND LAND. Wir werden unsere Bauplanungen also vorantreiben. Wo und wann immer es möglich ist, werden wir auch weiterhin die Anwohner frühzeitig informieren und gegebenenfalls mit ins Boot holen. Werkstätten, Standortkonferenzen und Planungszellen haben stattgefunden. Wir wollen auch weiterhin mit Planern, Architekten, Bevölkerung und Vertreter unterschiedlicher Interessensgruppen ins Gespräch kommen bzw. im Gespräch bleiben. Denn wir bauen – wenn wir denn dürfen – nicht für uns, wir bauen für Berlin und die Berliner.

Mehr lesen